BIS-Umsetzungsleitfaden für Extended-Reality-Produkte (XR) in Indien veröffentlicht
Mit dem auf IS/IEC 62368-1:2023 basierenden Leitfaden können die alten Normen IS 13252 und IS 616 ab dem 1. Mai 2026 für neue Zertifikate nicht mehr verwendet werden.
Erweiterte-Realität-Produkte (VR-/AR-Headsets und -Brillen) können gleichzeitig mehreren Produktdefinitionen entsprechen: Display, Audiogerät, Funkgerät und batteriebetriebenes Produkt. Welches System anzuwenden ist, ist daher oft strittig.
Um diese Unsicherheit zu beseitigen, klärt der Anwendungsleitfaden, unter welcher Definition das Produkt bewertet wird und welche Normen gelten. Der Leitfaden führt eher aus, wie das bestehende System anzuwenden ist, als eine neue Anforderung einzuführen.
Da das Funkmodul und die Batterie bei solchen Produkten eigene Themenbereiche mitbringen, reicht eine einzige Registrierung oft nicht aus.
Wenn eine neue Produktkategorie in den Geltungsbereich aufgenommen wird
Erweiterte-Realität-Produkte (XR) — Virtual- und Augmented-Reality-Headsets — stehen an der Schnittstelle mehrerer bestehender Kategorien: IT-Geräte, Funkgeräte, batteriebetriebene tragbare Produkte und Displays.
Diese Überschneidung ist es, die die Geltungsbereichsfrage erschwert. Die Veröffentlichung eines Anwendungsleitfadens dient genau dazu, diese Unsicherheit zu beseitigen: Er klärt, nach welcher Norm das Produkt bewertet wird und welcher Registrierungsweg zu verfolgen ist.
Der im verpflichtenden Registrierungssystem zu verfolgende Weg
Im indischen Pflichtregistrierungssystem (CRS) werden Prüfungen in von BIS anerkannten Labors in Indien durchgeführt, und die Registrierung erfolgt produkt- und werksbezogen. Bei XR-Produkten kann dies getrennte Prüfreihen für mehrere Normen bedeuten.
Bei Produkten mit Funkschnittstelle greifen zusätzlich die Genehmigungen auf der Frequenzseite; diese sind ein von der BIS-Registrierung getrennter Prozess und müssen parallel durchgeführt werden. Beide sequenziell zu planen, verlängert den Zeitplan unnötig.
Die ersten drei Schritte des Herstellers
Schriftlich anhand des Leitfadentexts festlegen, unter welche Kategorien das Produkt fällt. Die Begründung in Grenzfällen zu dokumentieren verhindert, dieselbe Diskussion bei späteren Anträgen zu wiederholen.
Modellliste und Produktfamiliendefinition von Anfang an breit anlegen. Ein Modell später hinzuzufügen bedeutet jedes Mal einen neuen Vorgang.
Die Laborreihenfolge rückwärts vom Anwendungsdatum planen. Bei neu erfassten Kategorien nimmt das Antragsvolumen zu, je näher das Anwendungsdatum rückt.
Wie neue Produktkategorien in den Geltungsbereich aufgenommen werden
Das indische Pflichtregistrierungssystem erweitert seinen Geltungsbereich um Produktkategorien, und die Erweiterung dauert seit Jahren an. Wird eine Kategorie erfasst, wird typischerweise eine Übergangsfrist festgelegt; an deren Ende enden Einfuhr und Verkauf nicht registrierter Produkte.
Bei einer neuen Kategorie ist die schwierigste Frage meist nicht die technische Anforderung, sondern die GRENZE DES GELTUNGSBEREICHS: Unter welche Kategorie fällt ein Produkt? Ist ein am Kopf getragenes Bildgerät ein Display-Produkt, ein IT-Produkt oder eine eigene Kategorie? Anwendungsleitfäden werden genau zur Beantwortung dieser Frage veröffentlicht.
Die schriftliche Erfassung der Entscheidung mit Begründung in Grenzfällen ist das bei einem späteren Audit nützlichste Dokument; auf mündlicher Bestätigung beruhende Geltungsbereichsentscheidungen lassen sich nachträglich nicht verteidigen.
Die eigentliche Last des Registrierungsverfahrens
Die entscheidende Einschränkung dieses Systems ist, dass die Prüfung IM LAND selbst erfolgen muss: Die Probe wird nach Indien gesendet und in einem anerkannten Labor nach der nationalen Norm geprüft. Ausländische Berichte werden grundsätzlich nicht akzeptiert.
Der Probenversand ist selbst ein Arbeitsposten: Zollprozess, Probenanzahl und Laborreihenfolge machen den größten Teil des Gesamtzeitplans aus. Ein unvollständig oder falsch konfiguriert versandtes Muster führt zum Verlust des Platzes in der Reihenfolge.
Der Antrag erfolgt über eine im Land ansässige Partei; für einen ausländischen Hersteller ist die Bestellung eines Bevollmächtigten erforderlich, über den die Registrierung läuft.
Abweichungen nationaler Normen
Nationale Normen basieren auf internationalen Normen, sind aber nicht identisch mit ihnen. Abweichungen entstehen durch Klimabedingungen, Netzmerkmale und nationale Präferenzen; sie können zusätzliche Prüfungen oder andere Bedingungen mit sich bringen.
Ein bereits nach internationaler Norm erstellter Bericht erleichtert die Arbeit daher, vervollständigt sie aber nicht: Es wird Punkt für Punkt verglichen, ob die Abweichungen abgedeckt sind.
Bei Produkten mit Bild und Ton laufen zusätzlich die Anforderungen an Sicherheit und elektromagnetische Verträglichkeit separat; eine einzige Registrierung deckt nicht alle Anforderungen ab.
Was ist zu tun?
- 1Bestimmen Sie anhand des Leitfadens, unter welche Produktdefinition Ihr Produkt fällt.
- 2Listen Sie die getrennten Pflichten für Funkmodul und Batterie auf.
- 3Gestalten Sie Ihren Testplan so, dass er alle Themen in einem Durchgang abdeckt.
Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Wie eine Vorschrift auf Ihr Produkt angewendet wird, hängt von den technischen Merkmalen des Produkts und dem Zielmarkt ab; der genaue Geltungsbereich kann nur durch Prüfung des Produkts bestimmt werden.
